Musikschulsatzung

gültig ab 01.10.2015

Aufgrund von §§ 4 und 10 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg (Gemeindeordnung -GemO) in der Fassung vom 24. Juli 2000 (GBl. S. 581, ber. S. 698), die zuletzt durch Gesetz vom 16. April 2013 (GBl. S. 55) geändert worden ist, hat der Gemeinderat der Stadt Heidelberg am 7. Mai 2015 folgende Satzung beschlossen:

§ 1 Geschichte und Aufgabe

(1) Die Städtische Musik- und Singschule Heidelberg ist die Folgeinstitution der im Jahre 1927 gegründeten Städtischen Singschule, erweitert um die am 1. Oktober 1970 eingegliederte Volksmusikschule Hekler und das am 1. April 1971 integrierte Konservatorium.

(2) Die Musik- und Singschule versteht sich als Bildungsstätte, welche die musikalischen Fähigkeiten und die ästhetische Kompetenz ihrer Schüler und Schülerinnen erschließt und fördert. Die Heranbildung des Nachwuchses für das Laienmusizieren, die Begabtenauslese und –förderung sowie die Vorbereitung für das Musikstudium sind ihre Aufgaben. Das umfassende Unterrichts- und Veranstaltungsangebot richtet sich besonders an Kinder und Jugendliche der Heidelberger Kindergärten und Schulen, weitergehende Kooperationen mit anderen Partnern sind (im Rahmen des Bildungsauftrages) möglich.

(3) Die Stadt Heidelberg betreibt die Musik- und Singschule Heidelberg als öffentliche Einrichtung für alle Einwohner der Stadt Heidelberg (§ 10 Abs. 2 GemO). Alle Heidelberger Einwohner haben im Rahmen des tatsächlich Möglichen das Recht, die Musik- und Singschule nach gleichen Grundsätzen zu nutzen. Andere Personen haben keinen Anspruch auf Benutzung der Musik- und Singschule, können aber nach Ermessen zugelassen werden.

§ 2 Ausbildungsstufen und Fächer

(1) Die Ausbildung und das Fächerangebot der Musik- und Singschule lehnt sich an den Strukturplan des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) an. Über Art und den Umfang der angebotenen Fächer entscheidet die Schulleitung.

(2) Die Schulleitung stuft die Schüler in die einzelnen Stufen ein; insoweit besteht kein Anspruch. Die Ausbildungsstufen gliedern sich wie folgt:
1. Grundstufe: Eltern-Kind-Musikkurse (ab 3 Monaten), Musikalische Früherziehung in Klassen (ab 4 Jahren), Tanz- und Orffkreise, Szenisches Spiel und Instrumental-Einsteigerkurse.
2. Unterstufe: Voraussetzung für die Einteilung in die Unterstufe ist der vorherige Besuch der Grundstufe oder ein vergleichbarer Entwicklungsstand der Schülerin/ des Schülers. Es besteht ein umfassendes Unterrichtsangebot an:
·Instrumentalen und vokalen Hauptfächern (im Gruppen-, Partner- oder Einzelunterricht)
·Ensemble- und Ergänzungsfächern
·zeitlich begrenzten Kursangeboten
3. Mittel- und Oberstufe: Voraussetzung für die Einteilung in die Mittel- und Oberstufe sind adäquate Fortschritte im instrumentalen oder vokalen Hauptfach, sowie in den Ensembles- und Ergänzungsfächern gemäß des Lehrplans des VdM. Die Fortschritte werden durch eine Aufnahmeprüfung nachgewiesen. Der Unterricht in der Mittel- und Oberstufe erfolgt im Einzel- oder Partnerunterricht.

§ 3 Schuljahr

(1) Das Schuljahr der Musik- und Singschule ist in zwei Halbjahre unterteilt: das 1. Schulhalbjahr beginnt am 01.10. und endet am 31.03.,das 2. Schulhalbjahr beginnt am 01.04. und endet am 30.09.

(2) Die Ferien- und Feiertagsregelung der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen gelten auch für die Musik- und Singschule.

§ 4 Aufnahme und Anmeldung

(1) Die Aufnahme in das Unterrichtsverhältnis erfolgt nur aufgrund einer schriftlichen Anmeldung mit dem dazu vorgesehenen Vordruck im Wege einer schriftlichen Benachrichtigung.

(2) Die Anmeldung gilt als Einverständniserklärung zur jeweils geltenden Musikschulsatzung und Gebührensatzung. Minderjährige Schüler/Schülerinnen sind durch einen gesetzlichen Vertreter anzumelden.

§ 5 Beendigung des Unterrichtsverhältnisses

(1) Das Unterrichtsverhältnis endet, wenn es durch den Schüler/die Schülerin nach Absatz 2 gekündigt wird oder wenn die Musik- und Singschule die Beendigung nach Absatz 3 verfügt.

(2) Jeder Schüler/jede Schülerin kann das Unterrichtsverhältnis schriftlich gegenüber der Schulleitung kündigen
·zum Ende eines Schulhalbjahres mit einer Frist von sechs Wochen.
·bei einem Umzug des Schülers/der Schülerin zum Ende des Monats, in den der Umzugstermin fällt, mit einer Frist von vier Wochen; Nachweise sind erforderlich.
·beim Eintritt von dauerhaften körperlichen Einschränkungen des Schülers/der Schülerin zum jeweiligen Monatsende; Nachweise sind erforderlich.

(3) Die Musik- und Singschule kann, wenn der Schüler/die Schülerin gegen die Musikschulsatzung oder die Gebührensatzung verstößt und in den nachstehenden Fällen die Beendigung des Unterrichtsverhältnisses verfügen:
·bei Schülern, die über einen längeren Zeitraum unvorbereitet zum Unterricht kommen oder keine Fortschritte mehr machen, nach vorheriger Information der gesetzlichen Vertreter und im Einvernehmen mit dem Fachlehrer (vgl. § 7 Absatz 1);
·bei Verstoß gegen die Teilnahmepflicht in § 7 Absatz 3;
·bei Unterrichtsversäumnissen ohne ausreichende Entschuldigung,bei Zahlungsrückständen für die zu zahlende Gebühr ab einer Höhe von 3 Monatsbeträgen;
·ein Schüler/eine Schülerin oder die mit ihm zusammen lebende Personen leidet an einer übertragbaren - insbesondere an einer nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtigen oder vergleichbar ansteckenden - Krankheit.

§ 6 Instrumente

Grundsätzlich soll jeder Schüler/jede Schülerin bei Unterrichtsbeginn ein eigenes Instrument besitzen. Die Musik- und Singschule kann gegen Entrichtung einer Leihgebühr im Rahmen ihrer Bestände schuleigene Instrumente zeitlich befristet zur Verfügung stellen. Ein Rechtsanspruch auf die Überlassung eines Instrumentes besteht jedoch nicht.

§ 7 Leistungen der Schüler

(1) Die Schule setzt voraus, dass sich jeder Schüler/jede Schülerin durch regelmäßigen Unterrichtsbesuch, sowie durch Mitarbeit im Unterricht als auch zu Hause um Fortschritte bemüht. In regelmäßigen Vorspielen, die mindestens einmal jährlich stattfinden, zeigen die Schüler/Schülerinnen ihr Können.

(2) In der Regel findet nach sechs Jahren Ausbildung im Hauptfach zur Aufnahme in die Mittelstufe ein Vorspiel und eine Beratung des Schülers statt.

(3) Alle Schüler/alle Schülerinnen sind verpflichtet, entsprechend ihres Leistungsstandes und nach erfolgter Einteilung durch den Fachbereichsleiter, regelmäßig an Orchester-, Chor-, Ensemble-, Spielkreis- sowie Kammermusikproben und Aufführungen teilzunehmen. Dies ist untrennbarer Bestandteil der Ausbildung; eine Beurlaubung bis zu 1 Jahr ist möglich.

§ 8 Verhalten an der Schule

(1) Die Schüler/Schülerinnen sind verpflichtet, die pädagogischen Anordnungen der Lehrkräfte zu beachten.

(2) Die Einrichtungen der Schule sind pfleglich zu behandeln. Schuldhaft verursachter Schaden ist zu ersetzen.

§ 9 Versicherungen

Die Musik- und Singschule hat für alle Schüler eine Unfallversicherung abgeschlossen. Der Schulweg ist mit eingeschlossen.

§ 10 Gebühren

Die Stadt Heidelberg erhebt für die Inanspruchnahme der Leistungen der Musik- und Singschule Heidelberg Gebühren nach Maßgabe der "Musikschulgebührensatzung".

§ 11 Inkrafttreten
Diese Satzung tritt am 1. Oktober 2015 in Kraft.